Podcast „Alles neu...? Aus dem Maschinenraum“

Folge #67 | Georg Stawowy von Bürkert: Warum die deutsche Zentrale nicht mehr die Klügste sein muss

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Podcast Folge 67

Georg Stawowy von Bürkert: Warum die deutsche Zentrale nicht mehr die Klügste sein muss

Georg Stawowy, CEO von Bürkert Fluid Control Systems

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Folgenbeschreibung

Wer sich morgens Kontaktlinsen einsetzt, einen Kaffee im Büro trinkt oder Antibiotikum einnimmt, hat vermutlich schon mit einem Bürkert-Ventil zu tun gehabt, ohne es zu ahnen. Der Hidden Champion Bürkert Fluid Control Systems aus Ingelfingen stellt Ventile, Regler und Messgeräte für Flüssigkeiten und Gase her, beschäftigt rund 3.700 Menschen und setzte zuletzt rund 680 Millionen Euro um.

Davon fallen nur noch ca. 17 Prozent auf den Standort Deutschland. Die größten Märkte sind die USA und China, Indien soll folgen. „Es ist eine Transformation, weil ich akzeptieren muss, dass es Menschen in Indien gibt, die das genauso gut können, vielleicht sogar schneller“, sagt CEO Georg Stawowy. Die Kompetenz, die es im deutschen Headquarter künftig brauche, sei deshalb eine andere: ein dezentrales, weltoffenes Netzwerk zu koordinieren. „Es heißt dann nicht mehr ‚Ich denke für Indien vor‘, sondern ,Was müssen wir für Indien tun, damit die das selbst entwickeln können?’ “, ergänzt er. Investiert wird weiterhin auf beiden Seiten: 7 Millionen Euro flossen zuletzt in den Aufbau der Produktion in Indien, 70 Millionen Euro in drei deutsche Standorte.

Neu denken will Georg Stawowy aber nicht nur die internationale Aufstellung von Bürkert, sondern auch das Geschäftsmodell selbst: „Nachhaltigkeit ist heute eine ökonomische Realität“, sagt er mit Blick auf steigende Kupfer- und Gaspreise. “Ob ich das am Ende tue, um den Kindern einen besseren Planeten zu hinterlassen oder um Geld zu sparen, ist dann egal“, sagt er. „Wenn ich an die ethische Perspektive nicht glaube oder den Klimawandel negiere, muss ich das dann trotzdem aus dem ökonomischen Grund machen.“ Sein Portfolio will er deshalb stärker auf Produkte ausrichten, die zu einer „regenerativen Wirtschaft“ beitragen, bei der sich soziale, ökologische und ökonomische Systeme erholen können, statt sich zu erschöpfen.

Georg Stawowy erzählt außerdem, warum Bürkert das Geschäft mit der Rüstungsindustrie strategisch ausschließt, obwohl er selbst kein Pazifist sei und warum die Rolle als CEO dazu führen kann, dass man plötzlich allein in der Kantine sitzt – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

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Georg Stawowy

Georg Stawowy ist CEO von Bürkert Fluid Control Systems mit Sitz in Ingelfingen. Zuvor war er Group CTO/COO und Mitglied der Geschäftsleitung bei Lapp, davor Geschäftsführer bei der Freudenberg Gruppe. Nach seinem Diplom in Maschinenbau an der RWTH Aachen war er dort als Senior Research Associate tätig, bevor er ins Servicemanagement bei Heidelberger Druckmaschinen wechselte.

Über den Podcast

Wie lassen sich Herkunft und Zukunft mutig vereinen? Vor welchen Herausforderungen stehen Familienunternehmen und welche Erfahrungen sammeln sie bei der digitalen Transformation? Diese Fragen klärt „Alles neu...? Aus dem Maschinenraum”, der Interview-Podcast für den deutschen Mittelstand. Einmal im Monat sprechen Tobias Rappers, Managing Director des Maschinenraum, und Katja Michel, Redakteurin beim Wirtschaftsmagazin Capital, mit Vordenker:innen und Macher:innen aus dem Herzen der deutschen Wirtschaft und richten den Blick auf die Persönlichkeiten und ihre Motivation.

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